Wien - Die zur bayerischen HypoVereinsbank (HVB) gehörende Bank Austria (BA) will in Bulgarien zukaufen und dort die drittgrößte Bank des Landes, die Biochim Bank, übernehmen. Das zum Verkauf stehende staatliche Institut hat 40 Vollfilialen und 120 Offices, rund 2.000 Mitarbeiter und ein Bilanzvolumen von 330 Mill. Euro (per Ende 2001). Ein Angebot werde derzeit geprüft, die Due Diligence sei noch im Laufen, sagte Bank Austria-Pressesprecher Martin Hehemann am Donnerstag. Die "Bids" für die Biochim könnten im Mai gelegt werden, verlautete bisher aus Sofia. Zu einer Entscheidung über den Zuschlag könnte es möglicherweise im Sommer kommen. Neben der Bank Austria sollen nach früheren Medienberichten auch die französische Societe Generale, die russische Roseximbank und die beiden bulgarischen Institute Hebros Bank und Bulbank am Kauf der 1995 aus der Fusion der damals drei größten bulgarischen Banken hervor gegangenen Biochim interessiert sein. HVB Bulgaria eröffnet In Bulgarien hat die Bank Austria Creditanstalt-Gruppe, als Teilkonzern der HVB für Osteuropa zuständig, unterdessen eine Tochterbank eröffnet. Bisher war die Bankgruppe lediglich mit einer Filiale in der bulgarischen Hauptstadt Sofia und Niederlassungen in Rousse und Bourgas vertreten. Die neue Bank firmiert unter "HVB Bulgaria" und ist eine hundertprozentige Tochter der Bank Austria. Die HVB Bulgaria, ausgestattet mit 15 Mill. Euro Grundkapital, startet den heutigen BA-Angaben zufolge mit einer Bilanzsumme von 110 Mill. Euro. Die Bank beschäftigt zur Zeit mehr als 50 Leute im Privat- und Firmenkundengeschäft sowie im Treasury. In den kommenden fünf Jahren soll das Filialnetz auf die wichtigsten bulgarischen Städte ausgedehnt werden. Die BA/CA-Gruppe ist in 15 Ländern Ost- und Mitteleuropas vertreten. Die Bankgruppe betreibe mit einer Bilanzsumme von rund 26 Mrd. Euro nach Eigenangaben das größte Banken-Netzwerk in Mittel- und Osteuropa. 19.400 Mitarbeiter betreuen 2,8 Millionen Kunden in 800 Geschäftsstellen. (APA)