Rom - Der Montblanc-Tunnel soll spätestens bis Ende Juni auch für den Schwerverkehr geöffnet werden. Das erklärte am Donnerstag der italienische Verkehrsminister Pietro Lunardi, der damit im Streit mit Frankreich um die Transitroute einlenkte. "Dieser Tage werden sowohl auf italienischer als auch auf französischer Seite die letzten Kontrollen unter EU-Aufsicht durchgeführt", sagte Lunardi, der in den vergangenen Tagen seinem französischen Amtskollegen Jean-Claude Gayssot mehrfach vorgeworfen hatte, aus politischen Erwägungen den Tunnel nicht für den Schwerverkehr öffnen zu wollen. Sicherheit "Der Montblanc-Tunnel ist der sicherste Europas. Seine Sicherheitsvorkehrungen sind vorbildlich", sagte Lunardi in Rom. Er habe sich bei der EU zur Klage gegen Frankreich wegen der ständigen Verzögerung bei der vollständigen Wiedereröffnung des Tunnels entschlossen, da diese Transitstrecke für die italienische Wirtschaft lebenswichtig ist. Der 11,6 Kilometer lange Tunnel war Anfang März, drei Jahre nach dem verheerenden Brand mit 39 Toten, wieder für Pkw-Verkehr freigegeben worden. Der Tunnel soll in drei Etappen vollständig geöffnet werden. Zunächst soll Lkw und Bussen bis 19 Tonnen Gesamtgewicht die Durchfahrt gestattet werden, anschließend dem regionalen Schwerlastverkehr, zuletzt sollen alle Beschränkungen aufgehoben werden. Frankreich hatte sich aus Sicherheitsgründen zunächst geweigert, dem Tunnel für den Schwerlastverkehr zu öffnen. Italien hatte daraufhin der französischen Regierung vorgeworfen, mit dieser Haltung EU-Bestimmungen zu verletzen, die den freien Güterverkehr vorschreiben. (APA)