Moskau - In den russischen Streitkräften sind in Friedenszeiten seit Ende des Zweiten Weltkriegs angeblich 150.000 Soldaten durch Gewalt und Unfälle ums Leben gekommen. Diese Zahl nannte der russische Reformpolitiker Boris Nemzow am Donnerstag in Moskau. Die allgemeine Wehrpflicht müsse dringend von zwei Jahre auf sechs Monate verkürzt werden, forderte der Vorsitzende der liberalen Partei "Union rechter Kräfte" SPS nach Angaben der Agentur Interfax. Die russische Armee ist berüchtigt für die "Dedowschtschina", die Gewaltherrschaft dienstälterer Soldaten über Rekruten. Der harte Wehrdienst treibt viele verzweifelte Soldaten zu Selbstmord, Amokläufen oder zu Desertationen, die nicht selten tödlich enden. Zu Äußerungen aus dem Generalstab, die "Dedowschtschina" sei nützlich, sagte Nemzow, diese "Lästerung sollte bestraft werden". (APA/dpa)