Suzuka - Valentino Rossi ist in der neuen Moto-GP-Klasse seiner Favoritenrolle auch mit der Viertakt-Honda sofort gerecht geworden. Der Weltmeister gewann am Sonntag wie im Vorjahr den Grand Prix von Japan und feierte seinen fünften Sieg in Folge. Die regennasse "Achterbahn" in Suzuka machte nicht nur den Fahrern das Leben schwer, sie verhinderte auch, die aktuellen Stärkeverhältnisse zwischen den Zwei- und Viertakt- Motorrädern in der höchsten Kategorie wirklich schlüssig beurteilen zu können. Unangenehmer Wildcard-Fahrer Auf dem Weg zu seinem 40. GP-Erfolg hatte Rossi lange mit dem Wildcard-Fahrer Akira Ryo zu erwehren. Rossi konnte den mit einer Zweitakt-Suzuki fahrenden Tokioter, der außerhalb Japans kaum bekannt ist, erst fünf Runden vor Schluss an der Spitze ablösen. Ryo hatte zuvor erst einmal, mit Rang zehn vor zwei Jahren ebenfalls in Suzuka, WM-Punkte gewonnen. "Gleich das erste Rennen in dieser neuen Klasse zu gewinnen, ist sehr speziell", sagte Rossi. "Auch, weil ich am Freitag und am Samstag gestürzt bin. Wir kannten das Potenzial unseres Motorrades im Trockenen. Im Warm Up war ich aber nur 14., also wussten wir nicht genau, was wir zu erwarten haben", ergänzte der Italiener. Capirossi erleidet Schmach Für Carlos Checa (3.) verlief die Premiere mit der Viertakt-Yamaha besser als erwartet, in den Kampf um den Sieg konnte der Spanier aber nie eingreifen. Von den sieben mit Viertaktern ausgerüsteten Fahrern kamen vier nicht ins Ziel. Checas Stallgefährte Max Biaggi stürzte ebenso wie Kenny Roberts (USA) und Sete Gibernau (ESP) mit den Suzuki und Rossis Teamkollege Tohru Ukawa (Jap). Eine besondere Schmach musste Loris Capirossi mit der Zweitakt-Honda über sich ergehen lassen. Er, der am Freitag noch Trainingsschnellster war und sich Rossi am Samstag nur knapp geschlagen geben musste, wurde in der Schlussphase von den Spitzenfahrern überrundet. Japaner dominieren 250ccm Das Rennen in der Viertelliterklasse wurde von drei "Nobodys" dominiert. Der bereits 36-jährige Osamu Miyazaki und Daisaku Sakai sorgten für einen Doppelerfolg zweier japanischer Wildcard-Fahrer. Miyazaki hatte seine ersten WM-Punkte bereits 1995 - im Grand Prix von Japan - geholt. Unter die ersten drei hatte er es bisher aber ebenso wenig geschafft wie Sakai und der drittrangierte Franzose Randy de Puniet. Mit der Pace von Miyazaki und Sakai vermochte die Konkurrenz nicht mitzuhalten. Zu jenen, die zuviel Risiko nahmen, gehörte Marco Melandri. Der als Titelfavorit gehandelte Italiener kehrte nach einem ersten Sturz wohl noch einmal zurück, musste aber nach einem zweiten "Absitzer" kapitulieren. Franzose durchbricht japanische Vorherrschaft In der 125er-Klasse feierte der Franzose Arnaud Vincent den dritten GP-Sieg. Für die Japaner ging in der kleinsten Hubraumkategorie eine seit 1994 währende Siegserie zu Ende. Letzter "fremder" Triumphator war vor neun Jahren der Deutsche Dirk Raudies gewesen. Mit dem dritten Rang wurde Manuel Poggiali für eine Klasse-Vorstellung belohnt. Der Titelverteidiger aus San Marino war im Abschlusstraining schwer gestürzt und mit zahlreichen Prellungen an den Start gegangen. (APA/Reuters)
  • Moto-GP 500 ccm

    1. Valentino Rossi (ITA) 49:32,766
    2. Akira Ryo (JPN) + 1,550 Sek.
    3. Carlos Checa (ESP) 8,353
    4. Shinichi Itoh (JPN) 10,829
    5. Norifumi Abe (JPN) 20,423
    6. Alexandre Barros (BRA) 32,259
    7. Nobuatsu Aoki (JPN) 39,633
    8. Regis Laconi (FRA) + 1 Rde

  • Moto-GP 250 ccm

    1. Osamu Miyazaki (JPN)47:09,454
    2. Daisaku Sakai (JPN)+ 6,941
    3. Randy de Puniet (FRA)29,020

  • Moto-GP 125 ccm

    1. Arnaud Vincent (FRA)46:22,971
    2. Mirko Giansanti (ITA)+ 1,164
    3. Manuel Poggiali (SMR) 2,558