Innsbruck - Die Verlegung des Inns zur Verlängerung des westlichen Pistenvorfeldes des Innsbrucker Flughafens wird allen Widerständen zum Trotz immer wahrscheinlicher. Seitens des Flughafens wurde der Bescheid der Zivil-luftfahrtbehörde vom November 2001 auftragsgemäß mit einem Antrag an das Verkehrsministerium auf eine Verlegung beantwortet, man rechnet mit einer baldigen Entscheidung.Verlängerte Landepiste könnte größere Flugzeuge nach sich ziehen Das "Problem" ist eine Norm der Internationalen Zivilluftfahrtbehörde (ICAO), wonach die Landebahn beiderseits über mindestens 150 Meter Wiese als Vorfeld verfügen soll. Am Innsbrucker Flughafen fehlen im Westen 90 Meter. Anrainervertreter und die Grünen vertreten die Auffassung, dass die Norm der ICAO nicht verbindlich sei und es genüge, dieser die kürzere "Runway End Safety Area" zu melden und topografisch zu begründen. Zugleich wird befürchtet, dass ein verlängertes Vorfeld auch eine verlängerte Landepiste und damit größere und lautere Flugzeuge nach sich ziehen könnte. Flughafen Direktor Reinhold Falch bestreitet dies und erklärt sich bereit, diese Zusage rechtlich und auf Dauer abzusichern. Auf eine Beschwerde gegen den Bescheid habe der Flughafen verzichtet, weil damit "das Problem nicht gelöst worden wäre", erklärte Falch, der um das Ansehen des Flughafens fürchtet, würde dieser internationalen Standards nicht entsprechen. Noch kein UVP geplant Abgelehnt haben der Flughafen und Innsbrucks Bürgermeister Herwig van Staa den Vorschlag, diesen (und andere) Konflikte zwischen Flughafen und Anrainern in ein Mediationsverfahren einzubringen. "Alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Innverlegung zu verhindern", will der Bürgermeister von Völs, Josef Vantsch, dessen Gemeinde "wertvollen Kulturgrund" verlieren würde. Derzeit ist aber nicht einmal eine UVP für das 22 Millionen Euro-Projekt geplant. Anrainervertreterin Hildegard Auer erblickt in der exponierten Lage des Flughafens "mitten im Wohngebiet", den umliegenden Bergen und den vielen Föhntagen die realeren Gefährdungen und bemängelt das Fehlen einer Risikoanalyse für den Flughafen. (hs, DER STANDARD Print-Ausgabe 5.April 2002)