Wien - Das Liberale Forum (LIF) hat eine Million Euro für den Wahlkampf beisammen, um bei der nächsten Nationalratswahl antreten zu können, teilte Bundessprecher Alexander Zach mit. Offen ist aber nach wie vor die Frage des Spitzenkandidaten. Mit dem Bauunternehmer und früheren Spitzenpolitiker Hans-Peter Haselsteiner gibt es zwar Gespräche, Zach schätzt die Chance, ihn gewinnen zu können, aber als "nicht sehr real" ein.Ungenannte Spender Die eine Million Euro für den Wahlkampf haben die Liberalen von verschiedenen Sponsoren und aus Spenden sowie durch konsequentes Sparen aufgetrieben. Namen wollte Zach in diesem Zusammenhang nicht nennen. Auf die Frage, ob ein namhafter Betrag von Haselsteiner komme, sagte der Bundessprecher nur: "Haselsteiner ist jemand, der das LIF sehr gerne unterstützt." Voraussetzung für das Antreten bei der Wahl ist nun noch das Finden eines geeigneten Spitzenkandidaten. Haselsteiner sei von den möglichen Persönlichkeiten "der prominenteste Name, aber es gibt auch Gespräche mit anderen", sagte Zach ohne konkret werden zu wollen. Eine Entscheidung soll jedenfalls bis zum Herbst fallen. Neues personelles Angebot Haselsteiner wäre für den Bundessprecher "der einzige von der früheren Mannschaft, der auch im neuen Team Platz haben sollte". Er würde "zu einem jungen, modernen Team passen". Ansonsten wolle das LIF aber personell "ein neues Angebot machen". Dass er, Zach, die Chancen für eine Spitzenkandidatur Haselsteiners als nicht sehr real einstuft, liegt daran, dass der Bauunternehmer diese Funktion mit seiner beruflichen Tätigkeit nach wie vor als nicht vereinbar betrachtet. Aus diesem Grund hatte Haselsteiner ja schon im Mai 1998 seinen Rückzug aus der Politik vollzogen. Wenn sich das ändern sollte, würde es ihn aber freuen, sagte Zach. Frischenschlager denkt anders Etwas optimistischer schätzt offenbar der früher Parteichef Friedhelm Frischenschlager die Chancen für ein politisches Comeback Haselsteiners ein. In der jüngsten Ausgabe des "Format" sagt Frischenschlager: "Uns gegenüber schließt er (Haselsteiner, Anm.) nichts aus. Alles wird maßgeblich davon abhängen, ob er sich beruflich freimachen kann." Die Möglichkeiten, den Wiedereinzug ins Parlament zu schaffen, sieht Zach jedenfalls recht optimistisch. "Das politische Potenzial, der Markt ist da." Als Ziel nennt er acht Prozent. Damit könnten die Liberalen dann das derzeitige Blockadesystem in der Innenpolitik aufbrechen. Koalitionsaussagen will der Bundessprecher vorerst keine machen. Obwohl die Liberalen in gesellschaftspolitischen Fragen der derzeitigen Opposition näher stehen, wären sie im Falle des Wiedereinzugs "kein Beiwagerl für Rot-Grün". Die Liberalen wären "kein Erfüllungsgehilfe für irgendeine Koalition". Wenn, dann wären sie nur Partner für die Umsetzung liberaler Vorstellungen. Man werde Bedigungen für eine Regierungsbeteiligung erarbeiten, kündigte Zach an. (APA)