Washington - Das amerikanische Verteidigungsministerium hat das Parlament um Billigung eines Antrages gebeten, der dem Ministerium freie Hand bei der Finanzierung militärischer Projekte im Ausland geben soll. Wie die Zeitung "Washington Post" am Montag weiter berichtete, beantragte das Ministerium bereits im März einen Ergänzungshaushalt von 14 Milliarden Dollar (rund 16 Milliarden Euro). Darin sollen rund 130 Millionen Dollar an Militärhilfe für nicht näher definierte Länder oder deren Truppen bereit gestellt werden. Das Verteidigungsministerium will dann nach eigenem Ermessen entscheiden, wo und wann das Geld ausgegeben wird. Das Parlament müsse über die Ausgaben nicht informiert werden, hieß es in dem Bericht. Die Hoheit für solche Ausgaben liegt traditionellerweise beim Außenministerium. "Außergewöhnliche Situationen" Aus dem Verteidigungsministerium verlautete, die neue Befugnis sei notwendig, um die außergewöhnlichen Situationen abzudecken, die wegen des von den USA angeführten Kampfes gegen den Terrorismus entstanden seien, berichtete die Zeitung weiter. Vorgesehen seien rund 100 Millionen Dollar, die für die nicht genannten Länder bereitgestellt werden sollten, um den weltweiten Kampf gegen Terrorismus zu fördern. Mit weiteren 30 Millionen Dollar sollten "einheimische Kräfte" unterstützt werden, die die Sicherheitsinteressen der USA und Maßnahmen im Kampf gegen Terrorismus förderten. Einige Parlamentarier reagierten kritisch auf den Antrag. Die Sorge gelte nicht den Summen, sondern, dass ein Präzendenzfall geschaffen werde, sagte Senator Patrick J. Leahy von den Demokraten. Die Militärhilfe der USA für das Ausland ist seit langem schon ein Streitpunkt zwischen Verteidigungsministerium und Außenministerium. (APA/Reuters)