Amélie Schenk ist promovierte Ethnologin und hervorragende Kennerin des Schamanentums. Sie lebte bei Indianern Nordamerikas und Mitte der 80ziger Jahre in Indien, wo sie an der Benares Hindu University lehrte und von wo aus sie Forschungsreisen in den Himalaja unternahm. Seit der Wende in der Mongolei ist dieses Land Forschungsschwerpunkt. Ihr Anliegen ist es, die Vermittlung von Wissen und Kulturtechniken der indigenen Völker zu fördern und das Lernen von anderen Kulturen möglich zu machen. Neben ihrer Forschungsarbeit hat sie Anfang 2002 ein Hilfsprojekt der GfbV für die Tuwa im Altai-Gebirge im Westen der Mongolei betreut.Die Tuwa Die Tuwa im äußersten Westen der Mongolei, leben von ihren Viehherden mit Yaks, Ziegen, Schafen, Kamelen und Pferden. Das Schicksal der Sippen ist eng mit dem Wohlergehen der Tiere verknüpft. Die Familien ernähren sich vom Fleisch und von Milcherzeugnissen und stellen Wolle, Filz, und Leder her. Mit Unmengen Schnee und eisigen Stürmen brachen die letzten drei Winter über die Tuwa herein. Meterhoher Schnee erschwerte das Leben in der Jurte. Das Vieh wurde eingeschneit und erfror bei Temperaturen zwischen 40 und 50 Minusgraden. Viele Tiere verhungerten. Zirka 50.000 Stück Vieh, ein Viertel des Bestandes, haben die Tuwa verloren. Der darauffolgende Sommer brachte eine große Dürre, sodass die übrigen Tiere sich keine Reserven für den folgenden Winter anfressen konnten. (red)