Wien - Dem Erneuerer des japanischen Yakuza-Gangsterfilm-Genres, Kinji Fukasaku, widmet das Österreichische Filmmuseum in Wien von 10. bis 28. April eine Retrospektive. In Japan eine Schlüssel- und Kultfigur, auf die sich Regisseure wie Takeshi Kitano, Miike Takashi und Kiyoshi Kurasawa, aber auch Quentin Tarantino beziehen, ist der Kritiker der japanischen Nachkriegsgesellschaft im Westen kaum bekannt. Zuletzt sorgte sein jüngster Film "Battle Royale" (2000) in Japan für Kontroversen.Fiebrig-greller Stil Schon in seinen ersten Actionfilmen, die der 1930 in Mito geborene Filmemacher Anfang der 60er Jahre als Auftragsregisseur realisierte, kreierte er mit innovativen Techniken seinen eigenen fiebrig-grellen Stil. Mit der Handkamera drehte er vibrierende Breitwandbilder mit extremen Winkeln, Stroboskopeffekten, Schwindel erregenden Zooms und sich überlagernden Einstellungen, die plötzlich in der Körnigkeit des Bildes wechseln oder von Farbe in Schwarz-Weiß kippen konnten. Fukasaku stellte das Gut-Böse-Schema der klassischen Yakuza-Filme in Frage. Sein Bild von Japan ist geprägt von Degeneration und dem Verfall der Werte, auch die selbstzweckhafte, oft sexualisierte Gewalt in seinen Filmen spiegelt das nihilistische Weltbild des Regisseurs. (APA)