Banja Luka/Wien - Laut Medienberichten in der Republika Srpksa ist gegen 416 Bosnier Anklage wegen Kriegsverbrechen an Serben während des Krieges in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) erhoben worden. Gegenüber der in Banja Luka erscheinenden Zeitung "Glas sprski" (Montag-Ausgabe) erklärte der serbische Staatsanwalt von Sarajewo, Rajko Bojat, es handle sich dabei um Verbrechen an serbischen Zivilisten auf dem Gebiet von Sarajewo und Trebinje. Diese Verbrechen seien von der Armee Bosnien-Herzgeowinas verübt worden, die "in ungeschützte serbische Dörfer und Siedlungen eindrang, in denen sie alles Lebende tötete" und das gesamte Eigentum zerstörten hätte, sagte Bojat und fügte hinzu: "Das ist die Tat von Spezialeinheiten und terroristischen Gruppen, die dafür auch ausgebildet wurden". Nach seinen Angaben gebe es auch Augenzeugen, schriftliche Befehle, Beweisfotos und persönliche Dokumente. Orden für Kriegsverbrecher Mit Exhumierungen und medizinischen Untersuchungen seien die Opfer identifiziert und die Ursachen der Todesfälle festgestellt worden. Als Beispiel führte Bojat die Ereignisse in der Gemeinde Trnovo an. Dort seien mehr als 90 Menschen zwischen sieben und 90 Jahren getötet worden. Der Staatsanwalt betonte auch, dass Armee-Mitglieder für diese Verbrechen mit Auszeichnungen geehrt worden seien. Dies würde auch auf die Kommando-Verantwortung vieler Offiziere hinweisen. Der Leiter des Büros in Banja Luka für Beziehungen mit dem Haager Tribunal, Dejan Miletic, hatte bereits in der Vorwoche angekündigt, dass Anklage gegen die 416 Bosnier erhoben werde. Das Beweismaterial würde dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zur Verfügung gestellt und damit wolle man auch das Einverständnis für die Strafverfolgung mutmaßlicher Kriegsverbrecher erhalten, hatte Miletic erklärt. (APA)