New York - Der im Enron-Pleiteskandal angeklagte US-Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen steht vor einer außergerichtlichen Einigung mit den Justizbehörden. Das schwer angeschlagene Unternehmen wolle illegale Aktenvernichtung zugeben, um sich damit den für Mai bereits angesetzten Prozess zu ersparen, berichtete die "New York Times" am Donnerstag. Auch mit der staatlichen Wertpapier- und Börsenkommission (SEC), die noch weiter reichende Vorwürfe gegen das Unternehmen untersuchte, stehe eine Einigung bevor.Klage soll aufgeschoben werden Nach der sich jetzt abzeichnenden Vereinbarung gäbe Andersen die illegale Aktenvernichtung zu und das Justizministerium schöbe die Anklage dann für mehrere Jahre auf. Wenn Andersen sich in dieser Zeit nichts zu Schulden kommen ließe, würde die Anklage schließlich fallen gelassen. Nach Angaben der "New York Times" sind noch eine Reihe von Punkten der Vereinbarung offen. Andersen hatte die Vorwürfe, es habe systematisch und absichtlich Akten aus der Buchprüfung bei Enron vernichtet, bisher rigoros bestritten und sich bei der ersten Anhörung nicht schuldig bekannt. Enron steht im Verdacht, seine Gewinne durch Buchführungstricks jahrelang künstlich aufgeblasen zu haben. Ein gefeuerter Mitarbeiter von Andersen bekannte sich am Dienstag aber schuldig und kündigte im Gegenzug für Strafmilderung seine Zusammenarbeit mit der Justiz an. Andersen war Wirtschaftsprüfer des im Dezember spektakulär Pleite gegangenen Energiehandelskonzerns Enron. In dem zuständigen Büro in Houston waren im Herbst tausende Seiten Akten vernichtet worden, nachdem die SEC eine Untersuchung der Enron-Buchführung angekündigt hatte. Andersen feuerte den zuständigen Partner David Duncan und schob ihm die alleinige Verantwortung für die Aktenvernichtung zu. Kunden-Exodus Dem Unternehmen sind seit der Klageerhebung Dutzende Kunden von der Fahne gegangen. Zahlreiche Partner im Ausland schlossen sich Konkurrenzunternehmen an. Andersen kämpft ums Überleben und hat in den USA 7.000 Mitarbeiter gekündigt. (APA/dpa)