Es ist eine der Fragen, die die Menschheit seit Anbeginn ihres Daseins quält: Wie checkt man es, die Butter zugleich ästhetisch als auch in ebenmäßiger Stärke und nicht zuletzt ohne Zerstörung des Trägermaterials aufzubringen. Direkt aus dem Kühlschrank genommen, kann man die Sache nämlich eigentlich vergessen. Da hilft dann nicht einmal das sprichwörtlich heiße Messer, denn das flutscht vielleicht gut durch den Block, erzeigt aber nur eine partielle Verflüssigung, während der Kern steinhart und unmanipulierbar bleibt. Rechtzeitiges Herausnehmen aus dem Eiskasten würde wiederum erfordern, dass man sich den Wecker auf ca. 4 Uhr Früh stellt, um dann vier Stunden später genüsslich streichen zu können , - ein inakzeptabler Zustand. Auch auf die Heizung legen, ist keine Lösung, das Milchfett beantwortet derartige Radikalmethoden nämlich mit trotzigem Rinnen, anstatt schön gleichmäßig streichfähig zu werden. Und bei diverser Sonntags-, Mega-Alm- und anderer Spezialbutter, die auch bei minus zwei Grad gut zu schmieren sind, kommt meinerseits zuerst einmal ein gewisses Misstrauen auf. Außerdem muss man, kaum ist das Brot geschmiert, auch schon losstarten, um die Butter in den kühlen Sarg des Eiskastens zurückzuhieven, da sie sich sonst blitzartig in einen unansehnlichen Sumpf verwandelt (und unansehnliche Butter ist ja überhaupt ein eigenes Kapitel, aber dazu ein andermal). Familiäre und persönliche Tragödien spielten sich um diese Problematik herum schon ab, und die Molkerei-Industrie, sich dieser Verantwortung durchaus bewusst, setzte auch einiges in Bewegung, um Butter zu erfinden, die bei jeder Temperatur streichfähig bleibt, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich viele in Sorge um den familiären Frieden oder den individuellen seelischen Zustand bereits dem Surrogat Margarine zuzuwenden begannen. Nur (siehe oben), der Pferdefuß wurde immer auch schon mitgeliefert. Verschärfend kam dazu, dass im Zuge der Verfeinschmeckerung der Gesellschaft immer bessere und speziellere Buttern angeboten wurden, zum Beispiel jene Rohmilch-Variante im Holzkörbchen aus der Normandie, für die Meinl fünf Euro irgendwas verlangt, und die so wunderbar schmeckt, aber tatsächlich nur mit Spezialgeräten handzuhaben ist. Ist man freilich ein bisschen analytisch begabt und hat in Physik zumindest immer einen Dreier gehabt, lässt sich das Problem insofern entschärfen, als man zu einer Unterlage für die Butter greift, die einerseits stabil ist und stärkere Beanspruchung also überlebt, andererseits auch eine höhere Eigentemperatur besitzt, welche die Butter folglich streichbarer macht ­ der Toast schien die Lösung aller Probleme! Nur immer Toast ist halt auch fad, und überhaupt war ja grad Ostern, und zu Ostern gibt´s halt diese tollen Striezeln und die noch tolleren Pinzen, die so mörderisch bröseln ... Na was soll ich sagen, ich bin froh, dass Ostern vorbei ist.