"Wieviel Sex verträgt die Werbung" fragt am Donnerstag die 49. Werbewirtschaftliche Tagung (WWT) in Wien. "Tief greifend, umfassend und jenseits der Schmuddelkiste" will man sich dabei mit dem Thema auseinander setzen.Veranstaltet wird die WWT vom Fachverband für Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich. Es gebe "keine schlüssigen Beweise, dass erotische Stimuli in der Werbung verkaufsfördernd wirken", wird in der Einladung zur Tagung postuliert. Und: "Erotik ist oft Lückenbüßer für mangelnde Kreativität." Zugleich aber gebe es "kaum neuere Studien, die sich detailliert mit dieser sensiblen Thematik auseinander setzen". Übersättigung Zahlreiche Referenten sollen sich der These "Sex sells!?" daher von höchst unterschiedlichen Gesichtspunkten widmen. Der Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer etwa macht in seinem Vortrag ein Phänomen der Übersättigung aus: "Jeder redet über Sex, alles verkauft sich über Sex, und im Grunde kann es keiner mehr hören." Noch "mehr" Sex Stefan Gessulat, Chefredakteur des deutschen "Playboy", rechnet hingegen künftig mit noch "mehr" Sex: "Sex und Erotik erobern Lebensbereiche, in denen sie bisher nichts zu suchen hatten", so eine seiner Thesen. Aus der Praxis berichtet Christian Satek (Lowe GGK) vom "Erfolg mit Erotik". Satek ist der kreative Kopf hinter den Kampagnen für Palmers und Römerquelle. Weitere Referenten sind unter anderem Helene Karmasin, Sebastian Turner (Scholz & Friends AG), Jean-Remy von Matt (Jung von Matt AG). In einer Podiumsdiskussion wird schließlich den "Grenzen zwischen Erfolg, Provokation und Pleite" nachgegangen. Im Rahmen einer "Advertising Night" wird der Advertising Award Vienna vergeben. (APA)