Wien - Hilfe für Schwerhörige - und ohne die Probleme herkömmlicher Hörgeräte: Implantierbare Mikroverstärker. Die Wiener HNO-Universitätsklinik gehört international zu den renommiertesten Stellen, an denen solche Operationen vorgenommen werden. Am Mittwoch, 10.4.2002, wurde das Verfahren per Live-Video-Übertragung präsentiert. "Symphonix" heißt das implantierbare Hörgerät, das bestimmten Patienten mit "Mittelohrschwerhörigkeit" wieder zu Laut- und Sprachverständnis verhelfen kann. Der Chef der Wiener HNO-Universitätsklinik, Univ.-Prof. Dr. Klaus Ehrenberger: "Die implantierbaren Mikroverstärker erlauben heute die Versorgung von Patienten, denen wir bis vor kurzem noch nicht helfen konnten." So funktioniert das System: Hinter dem versorgten Ohr wird mit einem Magnet das Außengerät samt Mikrofon und Audioprozessor angeheftet. Bei der Operation wird unter dieser geplanten Stelle das Gegenstück (Magnet) samt Induktionsspule, Demodulator und einem Kabel implantiert. Das Kabel wird in das Mittelohr weiter geleitet. Über das Kabel werden die zu Stromimpulsen umgewandelten Schalleindrücke an ein nur 2,8 Millimeter großes Endstück samt 1,3 Meter aufgerolltem Golddraht übertragen. Diese "Trommel" (Floating Mass Transducer) von halber Reiskorn-Größe wird am Amboss-Gehörknöchelchen fixiert. Die Spule bewegt adäquat zu den hinter dem Ohr vom dort befindlichen Mikrofon aufgenommenen Schallimpulsen den Amboss. So funktioniert die Schwingungsübertragung auf das "Fenster" und somit zum Innenohr. Allerdings kommen nur bestimmte Patienten mit durch bestimmte Mittelohrschäden bedingten Schäden für das implantierbare Gerät in Frage. Das Sprachverständnis muss bei einem Schallpegel von 65 Dezibel noch rund 50 Prozent betragen. HNO-Ärzte bzw. Patienten können Siemens auch einfach ihren Hörbefund faxen und erhalten dann binnen kürzester Zeit die Auskunft, ob der Betroffene für eine solche Versorgung in Frage käme. Das Gerät plus die Implantation kosten rund 11.000 Euro. (APA)