Kabul - Die UNO hat eine genaue Untersuchung der in der afghanischen Provinz Bamiyan gefundenen Massengräber angekündigt. Ein Sprecher der Vereinten Nationen sagte am Donnerstag in Kabul, internationale Gerichtsmediziner würden die Gräber untersuchen. Erste Untersuchungen am Sonntag hätten genügend Hinweise ergeben, die dies rechtfertigten. Über die Gräber war am Freitag vergangener Woche erstmals berichtet worden. Sie wurden in der Nähe des Flughafens von Bamiyan, rund 125 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kabul entdeckt. Die UNO schätzt, dass die Gräber etwa einen Monat vor dem Sturz der radikal-islamischen Taliban-Herrschaft im Dezember gegraben wurden. In einem Brunnen und einem Wasserkanal seien die menschlichen Überreste von drei bis vier Personen und Kleidungsstücke gefunden worden, sagte der UNO-Sprecher. Es gebe Hinweise darauf, dass weitere Leichen dort lägen. Außerdem gebe es "starke Hinweise" auf weitere, bisher unentdeckte Massengräber an anderen Stellen. In Bamiyan lebt die schiitische Minderheit der Hasara, die erbitterte Feinde der Taliban waren.(APA/Reuters)