Deutsche Fernsehsender und die Bildagentur dpa haben gegen die geplanten Einschränkungen für Bildberichterstatter beim bevorstehenden El-Kaida-Prozess in Frankfurt protestiert. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt will das Filmen und Fotografieren im Gerichtssaal nur bis eine Stunde vor den mündlichen Verhandlungen und danach erlauben. Bilder der Richter und der fünf angeklagten mutmaßlichen Terroristen vor Verhandlungsbeginn würde es so bei dem für Dienstag angesetzten Prozess nicht geben. ARD und ZDF sähen sich in ihrer Berichterstattung unangemessen eingeschränkt, sagte der Fernseh-Chefredakteur des Hessischen Rundfunks, Manfred Krupp, am Donnerstag in Frankfurt. Bei allem Verständnis für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen könnten die Sender unter den vom Gericht verfügten Bedingungen ihrem Auftrag zur umfassenden Berichterstattung nicht angemessen nachkommen. Die Sender hätten bereits beim Gericht protestiert. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) führt in einem Schreiben an OLG-Präsidentin Brigitte Tilmann ebenfalls das große nationale und internationale Interesse an. Die bisher eingeräumten Berichterstattungsmöglichkeiten seien nicht ausreichend, um die Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Ton- und Fernsehrundfunkaufnahmen von Gerichtsverhandlungen sind nach dem Gerichtsverfassungsgesetz verboten. Vor und nach der Sitzung wie auch in den Gerichtspausen kann der Vorsitzende Richter sie zulassen. Dabei hat er die Rundfunkfreiheit angemessen zu berücksichtigen. Das Bundesverfassungsgericht hatte auf Intervention des ZDF beim Prozess gegen den früheren DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker im Jahr 1992 die Aufnahmen vor und nach der Verhandlung per einstweiliger Anordnung gestattet. (APA/dpa)