Berlin - Die Pläne der Musikindustrie, Musik nur noch eingeschränkt verfügbar zu machen, stoßen bei den Internet-Experten der SPD , dem Virtuellen Ortsverein ( VOV ), auf Bedenken. "Die Musikindustrie greift nicht nur in Eigentumsverhältnisse der Käufer ein, sie ebnet mit ihren Zensurplänen auch einer Diktatur ungeahnte technische Möglichkeiten. Die Musikindustrie macht keinen Hehl daraus, daß sie den Big Brother wollen!" , so Arne Brand, der Pressesprecher des VOV in Berlin. Hintergrund der Bedenken sind Pläne der Musikindustrie, allen voran Philips, Musikstücke in Zukunft an ein bestimmtes Abspielgerät zu koppeln. Durch diese Entwicklung wäre es möglich, ein bestimmtes gekauftes Musikstück an den CD-Player zu Hause zu binden. Ein Abspielen auf dem Discman oder dem CD-Player im Auto wären dann nicht mehr möglich. Würde der CD-Spieler zu Hause unbrauchbar werden, wäre auch das gekaufte Musikstück unbrauchbar. "So könnte niemand mehr eine private Plattensammlung anlegen. Die einzigen, die über Musik im Archiv verfügen würden, wäre die Musikindustrie.", stellte Brand erschreckt fest. "Das wäre ein perfektes Instrument für eine Zensur" Im Informationszeitalter ist es nicht entscheidend, ob es sich bei der übermittelten Information um Musik oder Texte handelt. So könnte auch ein Verlag oder eine Zeitung ihre Texte an ein bestimmtes Abspielgerät binden. "Das wäre ein perfektes Instrument für eine Zensur! So öffnet die Musikindustrie mit dem Hinweis auf Urheberrechte Diktatoren Tür und Tor.", so Brand weiter. Die Verbreitung digitaler Informationen geht heute wie ein Buschfeuer um sich. Der WDR berief sich unlängst auf Informationen, die einer Internetseite der tschetschenischen Rebellen entstammten, große Zeitungen verlieren beträchtlich an Auflage, weil die Leser sich ihre Informationen lieber aus dem Internet holen. Je weiter dieser Trend fortschreitet, desto kontrollierbarer wird die verbreitete Information mit Methoden, wie sie die Musikindustrie anstrebt. "Hier gilt es gegenzusteuern", so Brand abschließend. (Presseerklärung der SPD)