Die weltweit zweitgrößte Mediengruppe Vivendi Universal und vor allem auch Vorstandschef Jean-Marie Messier sind unter starken Druck geraten. Gerüchte und angekündigte Aktivitäten des hochverschuldeten französischen Mischkonzerns haben den Aktienkurs von Vivendi Universal seit Anfang April rasch abfallen lassen - an den vergangenen fünf Pariser Börsentagen allein um 13,6 Prozent."Messier-Kursabschlag" Die Ankündigung Messiers, die 63-prozentige Beteiligung an dem Versorger Vivendi Environnement auf unter 50 Prozent drücken zu wollen, habe zu der Unruhe beigetragen und erweise sich als schwer realisierbar, schrieb die Pariser Wirtschaftszeitung "Les Echos" am Freitag. "Vor der Generalversammlung am 24. April gerät Vivendi Universal damit immer stärker unter Druck." Nach einer Broker-Studie von Merill Lynch dürfte die Gruppe bei den nächsten Quartalszahlen auch einen Rückgang von 15 Prozent im Musikgeschäft mitteilen müssen. In der französischen Wirtschaftspresse wird vor allem ein "Messier-Kursabschlag" für den massiven Druck auf Vivendi Universal verantwortlich gemacht. Die Geschäftspolitik des stark in den Medien präsenten 45-jährigen Starunternehmers, aber auch seine umstrittenen Äußerungen etwa über die französische Kultur hätten dazu beigetragen. Wiederholt wurde bereits spekuliert, dass der spürbar auf die USA ausgerichtete Messier sein Amt niederlegen könnte. Spannungen mit Pierre Lescure, dem Chef des mit Vivendi und Seagram fusionierten Bezahlsenders Canal+, und der sich als schwierig erweisende Verkauf der Fach- und Gratispresse werden zu den Problemfeldern gerechnet. (APA/dpa)