Rom - Zwischen Österreich und Italien besteht Übereinstimmung über weitere Reformen in der EU. Dies betonte Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) im Gespräch mit Journalisten am Rande ihres Besuchs in Rom am Freitag. Riess-Passer, die in Rom Europaminister Rocco Buttiglione und Vizekanzler Gianfranco Fini traf, unterstrich, dass sich sowohl dien italienische als auch die österreichische Regierung für tief greifende Reformen im Bereich Steuer- und Finanzpolitik, Privatisierungen und eine Erneuerung der öffentlichen Verwaltung einsetzen. Die "bereits exzellenten Beziehungen" zwischen Italien und Österreich hätten sich nach der Ernennung der Mitte-Rechts-Regierung unter Silvio Berlusconi noch gebessert, betonte Riess-Passer. Italien und Österreich stimmten auch bei der Reform der EU-Institutionen überein. Man müsse vermeiden, dass die größeren EU-Staaten die Oberhand in der Union bekommen. "Gleichberechtigung und Solidarität der EU-Mitglieder müssen auch in Hinblick auf die Osterweiterung verteidigt werden", betonte Riess-Passer. Die Beitrittskandidaten seien bei der Wahrung ihrer nationalen Souveränität "besonders sensibel". Die Osterweiterung müsse auf "rationale" Weise in Angriff genommen werden. Für Österreich sei die Erweiterung der Union eine Chance, könne aber auch neue Risiken bringen, die mit "pragmatischen Lösungen" entschärft werden sollen. Als Beispiel nannte Riess-Passer die mittlerweile von den meisten Beitrittskandidaten akzeptierte siebenjährige Übergangsfrist für die Freizügigkeit der Arbeitskräfte. (APA)