Gaza/Jerusalem - Nach der Festnahme von Fatah-Chef Marwan Barguti hat die palästinensische Autonomiebehörde Israel davor gewarnt, dem Vertrauten von Palästinenserpräsident Yasser Arafat Schaden zuzufügen. Jeder Angriff auf das Leben des Fatah-Führers im Westjordanland werde "böse Folgen" haben, sagte der palästinensische Kabinettssekretär Achmed Abdelrachman am Montag in Gaza. Er rief die internationale Gemeinschaft und die arabischen Länder auf, sich unverzüglich für die Freilassung Bargutis einzusetzen. Derweil bestätigte die israelische Armee die Festnahme. Elitesoldaten hatten ihn am Nachmittag in Ramallah festgenommen. Er gilt als Schlüsselfigur der Intifada und als einer der möglichen Nachfolger Arafats. Israels Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser bezeichnete Barguti als Kopf der "mörderischsten Terroristen-Organisation". Er habe den bewaffneten Arm der Fatah-Organisation Arafats in eine "Terrorgruppe" umgewandelt, auf deren Konto die meisten der jüngsten Anschläge gegen Israel gehe, erklärte Ben Elieser. Erst am Freitag hatten sich die El-Aksa-Brigaden der Fatah zu einem Anschlag in Jersualem bekannt, bei dem sechs Menschen getötet und mindestens 84 weitere verletzt worden waren. Unterdessen begannen laut dem israelischen Fernsehen die Arbeiten, um Jerusalem weiter abzusichern. Im Norden der Stadt würden Stacheldrahtbarrieren errichtet und Gräben gezogen, um den Bereich zum Westjordanland hin zu sichern. Die israelische Regierung hatte den Sicherheitsmaßnahmen jüngst zugestimmt, die Jerusalem in einem Umkreis von 54 Kilometern im Norden, Osten und Süden absichern sollen. (APA)