Wien - Der Gipfel zwischen Sozialpartnern und Konsumentenschutzminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) im Parlament in Wien hat eine Entspannung im Streit um den Konsumentenschutz gebracht, ohne dass sich bereits eine Einigung über die künftige Ausgestaltung des Vereins für Konsumentenschutz (VKI) und die künftige Grundphilosophie des Konsumentenschutzes ergeben hätte. Im Justizministerium wertet man die Unterredung mit den vier Sozialpartner-Präsidenten als "sehr konstruktives Gespräch", Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl sprach davon, dass das "Kriegsbeil zur Hälfte begraben" sei.Wirtschaftliche "Evaluierung" Vereinbart wurde neben der Prüfung der VKI-Organisationsform eine wirtschaftliche "Evaluierung" des VKI. Böhmdorfer wolle nach der Aufkündigung der Syndikatsverträge zwischen dem Ministerium und drei Sozialpartnern eine Verankerung des Mitspracherechts der Republik Österreich und dränge auf eine gemeinsame Linie gegenüber den Banken im Konflikt um zu hohe Kreditzinsen, war aus dem Justizministerium zu hören. Meinungsverschiedenheiten bestehen offensichtlich nach wie vor hinsichtlich der Grundphilosophie, die der Verein vertreten soll. "Für mich ist eines wesentlich, dass die bisherige Grundphilosophie beibehalten wird", hatte Leitl am Mittwochabend bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten gesagt. Er sehe den Konsumentenschutz als eine Art Mittler zwischen Produzenten und Konsumenten. Die primär auf juristische Konfliktaustragung gerichtete Konsumentenschutzstrategie sei teuer und bringe nicht immer die besten Ergebnisse. So könne beispielsweise in den USA zwar "jeder tun, was er will, aber wenn eine Haftung schlagend wird, kann der Betrieb gleich zusperren". (APA)