Bethlehem/Tel Aviv - Die israelische Armee hat nach palästinensischen Angaben einen führenden Vertreter der radikalislamischen Hamas-Bewegung festgenommen. Der Führer des bewaffneten Arms der Hamas für Bethlehem, Khaled Tafesh, sei in der Nacht kampflos gefasst worden, teilten palästinensische Sicherheitskräfte am Freitag in Bethlehem mit. Israel verdächtigt den 44-Jährigen, an mehreren anti-israelischen Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Anfang der 90er-Jahre war er von Israel gemeinsam mit rund 400 weiteren mutmaßlichen palästinensischen Extremisten nach Libanon abgeschoben worden. Die Hamas hatte sich zu zahlreichen Selbstmordanschlägen in Israel und den Autonomiegebieten bekannt. Die israelische Armee hat sich am Freitag nach fast dreiwöchiger Besatzung aus der autonomen palästinensischen Stadt Jenin im Westjordanland zurückgezogen. Die Einheiten hätten auch das bei Kämpfen schwer zerstörte Flüchtlingslager der Stadt verlassen, berichtete der israelische Rundfunk. Die Soldaten zogen jedoch einen dichten Belagerungsring um die Stadt. Der Rückzug aus der größten palästinensischen Stadt Nablus werde vorbereitet. "Kurze Aktion" in Kalkilia Am frühen Morgen drangen israelische Panzer erneut in die Stadt Kalkilia ein, aus der sich die Armee bereits vor zehn Tagen zurückgezogen hatte. Nach Angaben eines Armeesprechers handele es sich jedoch nicht um eine Wiederbesetzung, sondern eine kurze Aktion gegen mutmaßliche Terroristen. Im Gazastreifen erschossen Soldaten am frühen Morgen zwei Palästinenser nahe der jüdischen Siedlung Nezarim. Die Männer seien bewaffnet gewesen und hätten israelische Armeeuniformen getragen, sagte ein Sprecher. Man habe bei ihnen Handgranaten und eine Leiter gefunden. Dies deute darauf hin, dass die Männer in die Siedlungen hätten eindringen wollen, hieß es. (APA/dpa)