Brüssel - Die EU-Kommission hat gegen Österreich und zehn andere EU-Staaten ein Vertragsverletzungsverfahren wegen säumiger Umsetzung einer EU-Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung beruflicher Qualifikationen eingeleitet. Wie die Behörde am Donnerstag in Brüssel mitteilte, hätten die EU-Vorschriften bis spätestens 31. Juli 2001 in den elf Ländern in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Die EU-Richtlinie sieht die automatische Anerkennung von Berufsqualifikationen vor. Bei fehlender Berufserfahrung können die Antragsteller auch die Anerkennung ihrer Diplome oder anderer Bescheinigungen verlangen. Mit der Richtlinie sollen die Freizügigkeit für Arbeitnehmer, freie Dienstleistungen und Niederlassungsfreiheit in der EU sichergestellt werden. Die elf Länder haben zwei Monate Zeit um auf die "begründete Stellungnahme" der EU-Behörde zu antworten, die den zweiten Schritt in dem dreistufigen Vertragsverletzungsverfahren darstellt. Letzter Schritt ist eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. (APA)