Washington - Ein großer Teil der Europäer ist nach Meinungsumfragen unzufrieden mit den bisherigen US-Bemühungen um Frieden im Nahen Osten. Das berichtete am Freitag die "New York Times" mit Bezug auf eine Umfrage, die das "Pew Research Center for the People and The Press" zusammen mit der "International Herald Tribune" durchgeführt hat. Danach sind 64 Prozent der Deutschen, 57 Prozent der Briten, 71 Prozent der Franzosen und 67 Prozent der Italiener der Ansicht, dass die USA nicht genug täten, um Frieden zwischen Israel und den Palästinensern zu stiften. Ein Hauptgrund für die Unzufriedenheit ist nach Feststellung des Blattes, dass in den vier Ländern weitaus größere Sympathie für die Palästinenser herrsche als dies in den USA der Fall sei. Die Umfrage ergab dazu in Frankreich ein Verhältnis von 36 zu 19 Prozent zu Gunsten der Palästinenser, in Großbritannien von 28 zu 17 und in Italien von 30 zu 14 Prozent. Am wenigsten groß ist die Schere der Befragung zufolge in Deutschland: Hier sagten 24 Prozent, sie sympathisierten im Nahostkonflikt stärker mit den Israelis als mit den Palästinensern, und 26 Prozent äußerten sich umgekehrt. Eine deutliche Unterstützung wurde bei der Umfrage für den US-Einsatz in Afghanistan festgestellt. Aber die Mehrheit befand zugleich, dass sich die Amerikaner bei der Art und Weise der Kriegsführung hauptsächlich von Eigeninteressen leiten ließen und die Belange der Verbündeten nicht berücksichtigten. So sahen das zum Beispiel 85 Prozent der befragten Deutschen. Insgesamt wurde die Meinung von je 1.000 Bürgern in den einzelnen Staaten erforscht. (APA/dpa)