Erinnert man sich an die jahrelangen euphorischen Aussagen über den Start der dritten Generation (3G) des Mobilfunks, UMTS in der Buchstabensuppe der Hersteller (Universelles Mobiles Telekommunikationssystem), dann sollte es inzwischen sowohl in Österreich als auch in anderen Ländern Europas die ersten zarten Ansätze der neuen Technologie geben. 3G soll dem Benutzer neben Sprache die rasche Übertragung von Daten ermöglichen und dadurch alle Arten von Diensten auf das Handgerät bringen, von Landkarten und Restaurantführern bis zu Videoclips von Sportereignissen und Nachrichten.Mit Verspätung Zählt man jedoch alle Aussagen von Betreibern und Herstellern, Präsentationen bei Technologiemessen wie der CeBIT sowie die Wirtschaftsdaten über den schleppenden Verkauf von 3G-Netzwerkausrüstung zusammen und multipliziert dies mit der überaus langsamen Verbreitung von GPRS, der Technologie die als Zwischenschritt zur dritten Generation gilt, dann kommt ein klares Ergebnis heraus: Vor 2003 wird UMTS am Markt nicht existenz sein, und selbst im Jahr 2003 wird es eher erst gegen Ende des Jahres zögerlich auftauchen. Nicht eingehaltene Versprechen "Ich weigere mich überhaupt, von UMTS zu reden", korrigierte Kai Uwe Ricke, Chef von T-Mobile International bei der Markteinführung von T-Mobile in Österreich am vergangenen Donnerstag die bisherige Euphorie der Industrie. Auch Max.mobil ist dabei, wie die anderen Betreiber, nicht frei von Schuld: Bis vor kurzem noch hatte man einen Start von 3G zur Jahresmitte in Aussicht gestellt, räumt T-Mobile-Chef Georg Pölzl ein. Grund für die Verzögerung seien die Hersteller von Netzwerken und Endgeräten, die ihre Ansagen nicht einhalten können. Das war auch bei der weltgrößten Elektronikmesse, der CeBIT, im März offenkundig: Nokia, Siemens und Sony Ericsson, die größten Hersteller, blieben die Vorstellung von UMTS-Endgeräten schuldig. Endgerät Einzig Motorola kann derzeit ein funktionstüchtiges Endgerät vorweisen, das ab Herbst verfügbar sein soll. Siemens wird, wie vor wenigen Tagen bekannt gegeben wurde, dieses Gerät unter eigenem Namen auf den Markt bringen, da die eigene Entwicklung offensichtlich noch nicht so weit ist. Fehlende Endgeräte bedeuten aber, dass zwar möglicherweise Netzinseln in Städten bald funktionstüchtig, aber nicht verwendbar sind. T-Mobile etwa betreibt in der Wiener Innenstadt bereits probeweise ein UMTS-Netz. Keine exakte Terminplanung Wann also kommt die dritte Generation? "Erst auf Basis ganzheitlicher Angebote, von Content und Funktionen" wolle T-Mobile den kommerziellen Start betreiben, sagt Ricke. Denn die Kunden würde überhaupt nur interessieren, warum sie von ihrem funktionierenden Handy umsteigen sollen, und nicht die dahinter liegende Technik. Darum liege das Hauptaugenmerk derzeit auf GPRS - dder "2,5. Generation" mit gegenüber GSM beschleunigter Datenübertragung. Und "irgendwann in 2003", wenn die Technik getestet sei, werde man "vorsichtig, aber bestimmt in kommerzielle Angebote gehen".