Wien - Jeder fünfte Online-Anbieter stellt sich im Internet nicht ausreichend vor, vor allem Strukturvertriebs- und Gesundheits-Anbieter im Web sind "sehr schlampig" bei der Angabe von Firmeninfos. Dies geht aus einer aktuellen Überprüfung der Arbeiterkammer Wien bei 107 österreichischen Internet-Anbietern hervor. Die Konsumenten bräuchten Sicherheit beim Shoppen im Internet, daher müssten sich alle Unternehmensinfos direkt auf der Startseite befinden oder ein deutlicher Link auf der Startseite angebracht sein, betont die AK. Die AK fordere den zuständigen Justizminister Dieter Böhmdorfer (F) auf, die anonymen Anbieter zu überprüfen und bei Nichteinhaltung der Vorschriften zu sanktionieren. Bei einem Verstoß gegen die Informationspflichten könnten die Behörden den Anbieter zunächst auffordern, die Infos anzugeben oder auch sofort eine Strafe bis zu 3.000 Euro verhängen. Fernabsatz- bzw. E-Commerce-Gesetz Nach dem seit 1. Jänner 2002 geltenden Fernabsatz- bzw. E-Commerce-Gesetz müssten im Web der Firmenname, die Niederlassungsadresse und die Kontaktmöglichkeiten genannt werden, streicht die AK hervor. Meist fehlten bei Firmenangaben im Internet aber Adresse, Telefonnummer und Firmenname. Bei einem Drittel der Sites mit Anbieterinformationen seien diese Infos schwer zu finden, da sie etwa bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Lieferbedingungen oder bei der Garantie "versteckt" seien. Mangelhafte Informationen auf Homepages gebe es bei Strukturvertriebs- oder Gesundheitsartikel-Anbieter, aber auch bei einem Fünftel der Buchhändler. Meist handle es dabei um Filialketten, bei denen nicht gekennzeichnet sei, welcher Filialbetrieb nun der Vertragspartner bei einer Bestellung sei. Keine Geheimnisse hingegen hätten Supermärkte, Naturprodukthersteller, Pizzaservice und Weinvertriebsfirmen. Auch bei den Bekleidungsgeschäften sowie Elektronik- und Computerhändlern sei die Anbieterkennzeichnung großteils in Ordnung.(APA)