Nein, nicht den Sessel meine ich. Das Sitzfleisch darüber. Na, Sie wissen schon . . . Sie meinen, das geht mich nichts an? Sie haben wahrscheinlich Recht. Niemanden hat das zu kümmern.Trotzdem hat rtl.de unter der Rubrik des Magazins Explosiv gemeinsam mit einer Toilettenpapierfirma einen Wettbewerb gestartet: Man sucht Deutschlands attraktivste Hinteransichten, allerwerteste Leserschaft. Ernsthaft. Sowohl weibliche als auch männliche User dürfen sich zur Wahl stellen. Gefragt wird: "Ist Ihr Po top oder flop?" Es winken immerhin 2500 Euro für jeden Sieger. Trostpreis: eine Jahresration Klopapier. Toll. Es war zu erwarten: Deutschlands TV-Zuschauer haben rasch entdeckt, wie talentiert sie eigentlich mit den Errungenschaften der Informationstechnologie umgehen können. Schnell ein Sofortbild von den Polsterungen des Lebenspartners anfertigen, einscannen und ein E-Mail mit dem heiklen "Dokument" versenden. Ob das appetitlich ist oder nicht: egal. Wenn man schon niemals selbst sozusagen im Ganzen berühmt werden kann, dann soll doch das gute Stück da hinten ein bisschen Erfolg haben. Die eingesandten Bilder werden auf rtl.de in einer Gesäß-Galerie gesammelt, wie sich das gehört für die Internetschwester eines Informationssenders wie RTL. Pro Sitzfleischpositionierung werden ein bis fünf Punkte vergeben. Und der Seitenzugriff-Zähler von rtl.de klickt. (pi/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 22. April 2002)