München - Der Heyne Verlag hat sich mit seiner Praxis um die Veröffentlichung des neuen Romans des Bestsellerautors John Grisham "Die Farm" den Groll deutscher Buchhändler zugezogen. Der Münchner Verlag hatte dem Bertelsmann Buchclub das Recht auf die Vorab-Veröffentlichung des Grisham-Romans verkauft. Clubmitglieder können das Buch bereits seit April zu einem vergünstigten Preis erwerben. Die Buchhändler können ihren Kunden den neuen Grisham dagegen erst vom 1. August an verkaufen. Nun will nach Deutschlands größter Buchhandelskette Thalia auch die Nummer zwei, die Münchner Hugendubel-Kette, den Heyne Verlag boykottieren. Man lege die Geschäftsbeziehungen zu Heyne bis auf weiteres auf Eis, sagte Hugendubel-Geschäftsleiter Thomas Nitz am Dienstag. So werde man gebundene Ausgaben von Heyne-Titeln wie den neuen Grisham künftig nicht mehr direkt beim Verlag kaufen, sondern im Zwischenbuchhandel. Auch werde man diese Bücher nicht mehr prominent in den 28 Filialen präsentieren und keine Heyne-Vertreter mehr empfangen. Dass im Buchhandel der neue Grisham erst ab 1. August erhältlich sei, sei vielen Kunden nicht zu vermitteln, sagte Nitz. Auch der Buchclub steht deswegen derzeit in der Kritik. Für Hugendubel wie auch für Heyne bedeute der Schritt finanzielle Einbußen, sagte Nitz. Das Unternehmen habe sich dennoch dazu entschlossen, um "ein Signal zu setzen". (APA)