Immer wieder kommt es vor, dass ein Sattelschlepper mit voller Ladung einige Zeit stehen muss und der Fahrer das Ladegut nicht persönlich überwachen kann. Das mag bei Weidenkörben oder einer Ladung DVD-Player nicht von großer Bedeutung sein. Bleibt aber ein Laster mit einer Ladung kanadischem Lachs zwei Nächte irgendwo hängen, möchte wohl jeder sichergehen, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. "Zum einen gibt es die Technologie, dass Transponder an der Ware selbst angebracht werden können, um die Transporttemperatur zu überprüfen", rät Johann Tiefenbacher von B&M Logistik-Systeme. "Das Problem dabei ist nur, dass die Warenpackungen oft um so viel billiger sind als der Transponder, dass sich diese Sache eigentlich noch nicht wirklich rechnet."Luftmessung Bei den Tests, die mit Unterstützung der Universitäten momentan laufen, werden Container durch große Kühlaggregate gekühlt. Die hier umgewälzte Luft wird ständig gemessen. Und aus der Umluft-Zirkulation lässt sich rückschließen, dass die Kerntemperatur dem Lebensmittelkodex entspricht - ob es sich nun um Tiefkühlpizza, Eis oder Lachs handelt. "B&M hat derzeit etwa 200 Lkws ausgestattet, wo die Luftbewegung im Lkw-Inneren mit Sensoren gemessen wird. Und aufgrund dessen können wir Rückschlüsse auf die Temperatur der Ware ziehen. Ich kann also den Lkw einmalig ausrüsten, und es ist ziemlich egal, was man damit befördert, weil die Luft und nicht die Ware gemessen wird." Per Track&Trace, also durch eine mobile Datenauffassung, werden die Infos, ob sie Temperatur, Luftfeuchte oder Beschleunigung (was nur beim Transport von Flüssigkeit eine gewichtige Rolle spielt) betreffen, ins Führerhaus gebracht. Oder sie können sogar online per GPS an die Zentrale geleitet werden. Das hat den Vorteil, dass der Lastwagen durchaus unbeaufsichtigt stehen kann, weil die gemessenen Werte etwa im Zehn-Minuten-Takt in der Zentrale landen und dort ausgewertet werden. Sind tatsächlich Schwankungen vorhanden, kann man das sehr rasch feststellen und verhindern, dass wertvolles Gut verdirbt. "Momentan ist das die kostengünstigste Lösung", meint Tiefenbacher. B&M hat mit seiner Hard-und Software für die Datenerfassung "Anyway" den Logistikkreislauf zwischen Zentrale und fahrendem Gerät geschlossen. (kredo) (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.04.2002)