Rom - Der umstrittene italienische Frauenarzt Severino Antinori hat in einer Fernsehsendung am Mittwoch behauptet, dass bereits drei Schwangerschaften mit Klonembryos begonnen hätten. Beweise legte Antinori nicht vor. Die Frauen seien in der sechsten, siebenten und neunten Woche, sagte der Gynäkologe, der eine private Klinik in Rom leitet und sich die Geburt der ersten Menschenkopie zum Ziel gesetzt hat.Vor 14 Tagen sorgten weltweit Meldungen für Aufsehen, eine Frau sei dank Antinoris Klontechnik mit einem Baby in der (damals) achten Woche schwanger. Der Italiener hat die Berichte weder bestätigt noch dementiert. Die Raelianer-Sekte, deren Unternehmen Clonaid auch auf reproduktives Klonen setzt, reagierte darauf mit einer ebenfalls unbelegten Erfolgsmeldung. Zwei der Frauen, die einen Klon austragen, leben in einem Nachfolgestaat der Sowjetunion, die dritte in einem islamischen Land, wo es wie in China und Indien eine aufgeschlossenere Haltung zum Klonen von Menschen gäbe, sagte Antinori in der Sendung "Porta a Porta" des Fernsehsenders RAI. Er selbst sei an diesen Klon-Schwangerschaften nicht beteiligt, habe aber über andere Forscher davon erfahren. Ein Ausschuss der Vereinten Nationen erarbeitet indes einen internationalen Vertrag, um das Klonen von Menschen zu verbieten. Die Formulierung des Dokuments dauert voraussichtlich mehrere Jahre. (AP, Reuters, rosch) - DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 25.4.2002