Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) sieht vor der Donnerstag nachmittag stattfindenden Konsenskonferenz zur Lösung des Konflikts um zweisprachige Ortstafeln in Kärnten eine "gewisse Bandbreite" für "vielfältige Möglichkeiten". Man sollte jedenfalls "nicht mit Prozentsätzen beginnen", so Schüssel im Radio-Morgenjournal des ORF. Der Spruch des VfGH sage ja, dass die frühere Grenze von 25 Prozent (slowenischer Bevölkerungsanteil, Anm.) gestrichen werde, "er sagt aber nicht, wieviele es sind". Man werde auch "ausloten", wie weit ein Konsens erzielt werden könne, die Ortschaften als entsprechende Grundlage heran zu ziehen und ein "Modell zu überlegen, dass Gemeinden in bestimmtem Rahmen Möglichkeiten erhalten". Natürlich bleibe die Kompetenz des Bundes bestehen. "Wir gehen davon aus, dass man das Gesetz nicht ändern wird müssen, sondern aufgrund der bestehenden Gesetzeslage eine neue Verordnung erarbeiten kann. Es ist aber auch denkbar, in so einer Bundesverordnung den Gemeinden bestimmte Regelungsmöglichkeiten zu übertragen", so Schüssel. "Großes Paket" Außerdem hält es der Kanzler für wichtig, ein "großes Paket zu entwickeln, das Förderungen für die Volksgruppen enhält", wobei er wirtschaftliche Begleitmaßnahmen und zusätzliche Impulse ähnlich der Grenzlandförderung ansprach. In diesem Zusammenhang unterstrich Schüssel neuerlich, dass die EU-Erweiterung eine "historische Chance für Österreich ist, ins Zentrum der EU zu rücken". Dabei würden gerade jene Bundesländer wie Kärnten, Steiermark, Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich, die an Kandiatenländer angrenzen, die große Chance haben, durch schnell wachsende Wirtschaftsräume auch hier die positve Entwicklung in diesem Bereich zu bekommen. Er habe dieses "größte kompakte Wirtschaftsprogramm für Grenzregionen in der jüngsten Geschichte" auch mit den Landeshauptleute diskutiert. "Dieser Vorschlag kommt nicht von jemand anderem, sondern ist mein Programm", so Schüssel. (APA)