Graz - Ein hoher steirischer Gendarmeriebeamter soll vor rund sechs Jahren seine Ex-freundin dreimal vergewaltigt haben. Seinen abgerichteten Rottweiler soll er dazu benutzt haben, die verängstigte Frau in Schach zu halten. Am Donnerstag stand der Mann in Graz vor Gericht.Das Opfer war wegen massiver psychischer Probleme nicht zur Verhandlung erschienen. Der Gendarm, der nach wie vor im Dienst ist, bestritt die gegen ihn gerichteten Vorwürfe. Der Beamte ist mittlerweile Fachbereichsleiter im Diensthundewesen. Laut Anklage soll er die Frau nach Ende der Beziehung in der Nacht in ihrer Wohnung aufgesucht haben. Dann soll er dem Hund das Kommando "Pass auf" gegeben und sich anschließend auf sein Opfer gestürzt haben. "Wenn der Hund diesen Befehl erhält, reagiert er auf jeden Angriff sofort mit Zubeißen", erläuterte der Staatsanwalt. Es soll zu zwei weiteren derartigen Überfällen gekommen sein. Das Opfer begann daraufhin, Alkohol zu trinken und Tabletten zu nehmen. An der Sucht leidet die Frau laut ihrer Anwältin noch immer. Erst Jahre später vertraute sie sich ihrer Mutter an. "Es gibt kein einziges objektives Beweismittel", hält der Verteidiger dagegen. Der Prozess wurde vertagt, das Opfer muss aussagen. (APA)