Der Chef des Internet-Portals Yahoo , Terry Semel, hat bei einer Podiumsdiskussion die großen Film- und Musikkonzerne wegen ihrer Furcht vor Piraterie kritisiert. Diese Ängste würden die Entwicklung bei der Beschaffung von Filmen und Musik blockieren, zitiert die BBC Semel, der früher selbst CEO der Filmstudios von Warner Bros war. Das Resultat sei, dass die Mediengiganten ihre Kunden an viele Gratis-Provider verlieren. Veränderungen wurden nicht erkannt "Die Veränderung der Kaufgewohnheiten im Musikbereich war vor vier Jahren zu sehen, und die Musikindustrie hat sich noch immer nicht darauf eingestellt", so Semel. Auch die ersten kommerziellen Musikportale Pressplay von Vivendi Universal und Sony sowie MusicNet von AOL Time Warner, EMI und Bertelsmann würden den Ansprüchen nicht genügen: "Sie verfügen nur über eine begrenzte Zahl von Musiktiteln und bieten den Leuten nicht, was sie wollen." Kritik erntete auch die Filmindustrie, die ebenfalls hinter den täglich zunehmenden Online-Tauschbörsen hinterherlaufe. Für News-Corp-Präsident Peter Chernin liegt die Lösung des Problems illegaler Downloads und Piraterie in einer Verstärkung der Regulierungsmaßnahmen seitens der Regierung. Der Verband der US-amerikanischen Musikindustrie RIAA forderte erst vor kurzem zusätzliche Geldmittel von der Regierung für seinen Kampf gegen die Piraterie. Gegen strengere Gesetzesbestimmungen machten hingegen zuletzt Linux-Anhänger Stimmung, die ebenfalls Innovationen durch die Piraten-Jagd der Konzerne behindert sehen. Die Musikindustrie macht vor allem CD-Brenner und illegale Downloads für ihre Umsatzrückgänge verantwortlich.(pte)