Wien - Der Amoklauf in einem Gymnasium in Erfurt weckte in Österreich traurige Erinnerungen: Vor fast genau fünf Jahren, am 5. Mai 1997, war ein 15-Jähriger mit einer Schusswaffe in die Hauptschule von Zöbern (Bezirk Neunkirchen/NÖ) eingedrungen und richtete ein Blutbad an. Der 15-jährige Helmut Z. erschoss mit der .357 Magnum seines Vaters eine Handarbeitslehrerin und verletzte eine zweite schwer. Als Motiv gab er zunächst Verzweiflung wegen seiner Lehrstellensuche an. Später traten sexuelle Motive immer deutlicher zu Tage - Helmut Z. wollte eine Mitschülerin vergewaltigen, die getötete Lehrerin stellte sich ihm in den Weg. Sein Prozess endete am 20. November 1997 in Wiener Neustadt mit acht Jahren Haft für vorsätzlichen Mord. Knapp ein Jahr später wurde das Urteil vom Oberlandesgericht Wien bestätigt. Der Vater des Jugendlichen erhielt später eine Geldstrafe, weil die Waffe nicht weggesperrt gewesen war und er mit seinem Sohn "Schießübungen" veranstaltet hatte. (APA)