Wien - Überhöhte Geschwindigkeit eines Motorradfahrers und eine Vorrangverletzung durch einen Radfahrer sind laut Wiener Polizei die vermutlichen Ursachen für einen tödlichen Verkehrsunfall am Handelskai in Wien-Leopoldstadt (DER STANDARD berichtete).

Ein Unfall zwischen Rad-und Motorradfahrer ist aus Statistiksicht eher ungewöhnlich, nicht aber die Straßenkonstellation: "An Kreuzungen passieren im innerstädtischen Verkehr die häufigsten Unfälle", weiß Roman Michalek, Verkehrsexperte vom ÖAMTC. Laut Unfallstatistik sind vergangenes Jahr in Wien 41 Verkehrsteilnehmer getötet worden, unter ihnen zwei motorisierte Zweiradfahrer und vier Radfahrer. Am Handelskai, einer vierspurigen Straße neben der Donau, müssten Radfahrer mit hohem Verkehrsaufkommen rechnen, so Michaelek, das Missachten der Vorrangregelung sei dort besonders gefährlich.

Der Unfall bestätige aber auch die Gefahr, die von Verkehrsteilnehmern ausgeht, die schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer fahren. Überhöhte Geschwindigkeit ist österreichweit die Hauptursache für tödliche Unfälle.

Donnerstagnachmittag war ein 38-jähriger Motorradfahrer am Handelskai Richtung Nordbrücke gefahren und hatte nach Zeugenaussagen beschleunigt. Auf der nächsten Kreuzung stieß er mit dem Radfahrer zusammen, der aus einer Seitenstraßen kam und nicht auf ein dort angebrachtes Nachrangzeichen geachtet hatte. Beide Fahrer starben noch am Unfallort.

Für ARBÖ-Sprecher Kurt Sabatnig führt dieser Unfall wieder einmal auf tragische Weise vor Augen: "Rad- und Motorradfahrer haben keine Knautschzone". Deshalb müssten alle Verkehrsteilnehmer mehr aufeinander Rücksicht nehmen. Völlige Sicherheit gebe es allerdings nie: "Sobald jemand nur einen Fehler macht, helfen alle Vorsätze nichts." (DER STANDARD, Print- Ausgabe, 27./28.4.2002)