Wien - Die Sozialistische Jugend Wien fordert die Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings in "Bertha von Suttner-Ring". Für die Sozialistische Jugend Wiens stellt der derzeitige Name eine "unerträgliche Symbolik" dar. Im Rahmen einer Aktion vor der Universität Wien wurde am Freitag am bestehenden Straßenschild vorübergehend ein Zusatz mit der Aufschrift "1., Antisemitenring" angebracht. Ludwig Dvorak, Vorsitzender der SJ-Wien, kritisierte, dass jener Ort, "der wie kein anderer für das geistige Leben Wiens steht", nämlich die Universität Wien, an einer Straße liege, die nach einer Person benannt sei, die das genaue Gegenteil von Toleranz und intellektueller Offenheit verkörpere. Der Name Lueger sei untrennbar verbunden mit der spezifisch österreichischen Ausprägung des Antisemitismus, Lueger sei in puncto Judenhetze zweifellos "Hitlers Lehrmeister" gewesen, so Dvorak. Die kritische Auseinandersetzung mit der Person Luegers sei ein Tabu, dem sich bisher auch die Sozialdemokratie gebeugt habe, sagte Dvorak. Die Gemeinderatswahlen 2001 seien zu einem guten Teil durch vehementes Auftreten der SPÖ gegen antisemitische Töne im Wahlkampf gewonnen worden, es sei an der Zeit, "den Worten Taten folgen zu lassen". Es sei ihm bewusst, dass diese Politik auch in der SPÖ nicht nur Anhänger habe, trotzdem hoffe er auf breite Unterstützung bei der Parteibasis, so Dvorak. (APA)