Jenin - Der EU-Nahost-Gesandte Miguel Angel Moratinos hat die Zerstörungen im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland als "menschliche Tragödie" bezeichnet. Er sei "tief erschüttert", sagte Moratinos nach seinem ersten Besuch in dem Lager am Montag. Das Bild der Zerstörung sei "eine Niederlage für Leute wie mich", die ohne Unterlass für den Frieden in der Region gearbeitet hätten.Niederländische Experten: "Kein Massaker" Die israelische Armee hat nach Einschätzung niederländischer Experten kein Massaker im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin verübt. Die Soldaten hätten jedoch "schwere Menschenrechtsverletzungen" begangen, erklärte die niederländische Hilfsorganisation Cordaid unter Berufung auf zwei Experten am Montag. Die Gerichtsmediziner Barend Cohen und Max Meis hatten das Flüchtlingslager im Westjordanland am Samstag im Auftrag von Cordaid besucht. Als Beispiel für Menschenrechtsverletzungen nannten die beiden Fachleute, dass den Bewohnern Jenins der Transport von Verletzten und die Verteilung von Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten untersagt worden sei. Cohen widersprach überdies einem Experten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der 23 zur Untersuchung freigegebene Tote als Zivilisten eingeordnet hatte. Die beiden Experten empfahlen weiters eine Untersuchung durch eine unabhängige Kommission, wie sie die Vereinten Nationen einsatzbereit halten. Israel hat jedoch die UNO-Kommission bisher nicht nach Jenin reisen lassen. (APA)