Madrid - Die Gewerkschaften in Spanien wollen unmittelbar vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Union im Juni in Sevilla das Wirtschaftsleben im ganzen Land mit einem Generalstreik zum Stillstand bringen. Die beiden großen Gewerkschaftsverbände CCOO und UGT forderten die konservative Regierung von Ministerpräsident Jose María Aznar ultimativ auf, innerhalb von vier Wochen die geplante Reform der Arbeitslosenunterstützung zurückzunehmen. Wenn dies nicht geschieht, wollen die Arbeitnehmerorganisationen nach Presseberichten vom Dienstag für den 20. Juni zu einem landesweiten Generalstreik aufrufen. Die Gewerkschaften erklärten die Gespräche mit der Regierung über die Reform für gescheitert. Das Reformvorhaben sieht unter anderem strengere Bedingungen für die Gewährung von Arbeitslosengeld vor. Danach sollen Arbeitslose, die Stellenangebote ablehnen, keine Unterstützung mehr erhalten. Der angedrohte Generalstreik wäre der erste seit Aznars Übernahme der Regierung im Jahr 1996. (APA/dpa)