Damaskus - Palästinensische Extremisten haben den Kompromiss zur Beendigung der Belagerung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat in Ramallah abgelehnt. Vertreter der militanten Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und der radikalen Organisation Islamischer Dschihad (Heiliger Krieg) sagten am Dienstag im syrischen Damaskus, Arafat setze damit die palästinensische Einheit aufs Spiel. Die sechs bei Arafat ausharrenden Palästinenser, die von Israel gesucht werden, dürften auf keinen Fall ins Gefängnis. Darunter ist auch der Generalsekretär der PFLP, Ahmed Saadat. Der von den USA vorgeschlagene Kompromiss, den Israel und die Palästinenserführung in Ramallah im Grundsatz akzeptiert haben, sieht folgende Lösung vor: Statt der Auslieferung an Israel sollen die Palästinenser in ein Gefängnis nach Jericho gebracht und dort mit Hilfe von amerikanischen und britischen Beobachtern bewacht werden. Im belagerten Hauptquartier in Ramallah befinden sich neben Saadat auch Arafats Finanzchef Fuad Shubaki und die vier Männer, die wegen der Ermordung des israelischen Tourismus-Ministers Rehavam Seevi am Donnerstag von einem palästinensischen Schnellgericht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren. Der politische Chef der PFLP, Maher El Taher, warf Arafat in Damaskus Betrug an der PFLP und am palästinensischen Volk vor. Der Dschihad-Chef in Damaskus forderte Arafat auf, sich nicht einem Diktat Israels und der USA zu unterwerfen. Der Ramallah-Kompromiss sei "ein stinkender Kuhhandel". (APA/dpa)