Wien - Das Geld ist da. 37,06 Millionen Euro. Vom Infrastrukturministerium und den ÖBB bereit gestellt. Damit kann nach jahrelanger Diskussion, vielen angekündigten und niemals realisierten Initiativen für mehr Pendlerkomfort die Neugestaltung des Bahnhofs Wien-Nord angegangen werden. Der Baubeginn soll Mitte 2004 erfolgen.Der Nordbahnhof ist einer von drei Wiener Großprojekten im Rahmen der "Bahnhofsoffensive", die in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Ein Umbau von Süd-und Westbahnhof scheint aber in weiter Ferne. Mit gut zwei Dritteln des Geldes (22 Millionen Euro) wird das Bahnhofsgebäude in Wien-Nord neu gestaltet. Dadurch sollen die täglich 100.000 Menschen, die den Bahnhof frequentieren, dies künftig in einem freundlichen Ambiente tun können. Bei den Bundesbahnen verspricht man dafür die Errichtung eines Servicecenters, Geschäfte, Gastronomie und den behindertengerechten Zugang. Der Rest des Geldes wird in Trassenführungen, Gleisausbau, Überdachungen investiert. U2-Ausbau parallel Der Umbau des Nordbahnhofs wird mit dem Ausbau der U2 koordiniert. Diese wird künftig ab Schottenring über Praterstern nach Donaustadt führen. Damit wird auch das Messegelände verkehrstechnisch besser erschlossen, 2008 soll die neue Endstelle Aspernstraße fertig werden. Für die Neugestaltung des Bereichs Praterstern wird die Stadt Wien aufkommen, wie Planungsstadtrat Rudolf Schicker bereits angekündigt hat. Wieviel dafür investiert wird, hängt davon ab, wie die architektonische Lösung am Nordbahnhof aussieht. Bereits vor Monaten wurde ein internationaler Planungswettbewerb ausgeschrieben. In der Ausschreibung wurden nur wenige Vorgaben gemacht, um den Architekten und Planern "möglichst viel kreativen Freiraum" zu lassen für ihre Entwürfe, wie seinerzeit ÖBB-Sprecher Gary Pippan erklärte. Wert gelegt wurde aber auf eines: die Erhaltung der Sichtachsen - vom Praterstern ausgehend, Richtung Lassallestraße, Praterstraße und Ausstellungsstraße. Der Bahnhofsbau soll so gestaltet werden, dass der Blick durch die Stadt erhalten bleibt. 12 Projekte kamen in die Endrunde. Derzeit ermittelt eine Jury das Siegerprojekt, welches im Sommer präsentiert werden soll. Erst danach können die Detailplanungen und das Genehmigungsverfahren angegangen werden. (aw, DER STANDARD Print-Ausgabe 3.Mai 2002)