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Foto: REUTERS/Vincent West
Bilbao - Rund 30.000 Menschen haben am Sonntag in der nordspanischen Stadt Bilbao gegen das drohende Verbot der radikalen Baskenpartei Batasuna (Einheit) demonstriert, die als politischer Arm der Untergrundorganisation ETA gilt. Parteichef Arnaldo Otegi sowie andere Redner beschimpften den spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar und seine Regierung als "Faschisten" und forderten die Unabhängigkeit der autonomen Region. Ein Verbot Batasunas werde nur zu mehr Gewalt im Baskenland führen, sagten sie. Während der Demonstration ließen einige Teilnehmer in Sprechchören die ETA hochleben. Im Anschluss an die Kundgebung unter dem Motto "Stoppt den Faschismus - Freiheit für das Baskenland" kam es nach Angaben der Polizei in der Altstadt zu gewaltsamen Ausschreitungen. Vermummte Jugendliche hätten Bankautomaten in Brand gesetzt und die Beamten mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen. Die Polizisten seien mit Schlagstöcken gegen die Randalierer vorgegangen. Die spanische Regierung will Batasuna verbieten lassen. Das Kabinett hat vor drei Wochen einen Gesetzentwurf beschlossen, wonach eine Partei, die Terroristen unterstützt, für illegal erklärt werden kann. Ein solches Verbot soll unter anderem vom Parlament mit einer qualifizierten Mehrheit der Abgeordneten beantragt werden können. Die letzte Entscheidung soll beim Obersten Gerichtshof liegen. Am vergangenen Montag waren bei Razzien im spanischen Baskenland elf Mitglieder von Batasuna festgenommen worden. Die Justiz wirft ihnen vor, in die Finanzierung des Terrornetzes der ETA verwickelt gewesen zu sein. Zwei Tage darauf hatte die Separatistenorganisation kurz vor dem Halbfinale in der Champions-League eine Autobombe vor dem Santiago-Bernabeu-Stadion in Madrid gezündet. 19 Menschen waren dabei verletzt worden.(APA/dpa)