München/Frankfurt/Wien - Die Bayerische Landesbank (BayernLB) - in Österreich mit rund 46 Prozent an der Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG) beteiligt - plant nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) eine grundlegende Neuordnung. Am Montag soll der Verwaltungsrat des Instituts, das je zur Hälfte dem Freistaat Bayern und den bayerischen Sparkassen gehört, das neue geschäftspolitische Konzept und die neue Struktur absegnen. Am Dienstag will BayernLB-Chef Werner Schmidt es der Öffentlichkeit vorstellen. Der ehemalige Chef der Landesbank Baden-Württemberg wolle die Bayern damit auf das Wegfallen der Staatsgarantien 2005 vorbereiten. Sonst drohen der Bank eine schlechtere Einstuftung durch die Ratingagenturen und damit teurere Refinanzierungskonditionen. Die FAZ berichtet unter Berufung auf Bankenkreise, dass die BayernLB dringend die Kosten senken müsse. Vor diesem Hintergrund könnte ein Teil des Auslandsnetzes zur Disposition stehen, das laut FAZ außerhalb Europas 17 Niederlassungen in 12 Ländern umfasse. Der Schwabe Schmidt gelte, so die Zeitung, als weniger am internationalen Geschäft interessiert und risikoscheu. Bei seinem Amtsantritt im Sommer 2001 hatte Schmidt gesagt, dass er die Bank auf den Prüfstand stellen und alle Geschäftsfelder überprüfen werde. Beteiligung verkauft Zum Jahreswechsel 2001/2002 hatte die BayernLB in Österreich ihre 45,5-prozentige Beteiligung an der Tiroler Sparkasse (TiSpa) an die Erste Bank verkauft. Im heurigen Frühjahr trat die Münchener Bank den Rückzug aus der nach einem teuren Devisenhandelsbetrug in Schieflage geratenen kroatischen Rijecka banka an, die nach kurzzeitiger Re-Verstaatlichung erst vorige Woche ebenfalls per Vorvertrag an die Wiener Erste Bank ging. In Medien zu Jahresbeginn kolportierte Gerüchte, dass die Bayern ihre Beteiligung auch an der BAWAG zurück schrauben könnten, wurden von der Landesbank als "abenteuerlich" und "falsch" zurück gewiesen. "Unsere 46-Prozent-Beteiligung an der BAWAG ist ein wesentlicher Baustein unserer Strategie in Österreich, an der wir fest halten", hatte Landesbank-Sprecher Peter Kulmburg im Februar deponiert. (APA)