Sex in the Gallery, Teil II: Paul Divjak in der Galerie 5020 ist ein lonely Cowboy. Freundin futsch, Hunderte Taschentücher mit Sperma in der Vitrine, das traurige Ding zwischen den Beinen. Nackt, in Turnschuhen und Unterhemd, steht er in der Kunsthalle Wien als Anti-Beecroft-Model, die Knarre in der schlaffen Hand. Nichts passiert, nur: Das Bild swingt zu einem wunderbar melancholischen Sound. Divjak weiß: Sex ist Rhythmus. Und die Liebe? Sprachlos. Vor der Kamera gibt eine Frau Textfetzen von Popsongs von sich, als würde sie Kröten ausspucken. Über grob gepixelte Bilder aus dem Pornoladen Internet schreibt Divjak Zitate aus Leonard Cohens "Beautiful losers". Es geht um Sex und was er nicht kann: "Does love visit me when I pump myself?" So schön und furios hat man selten jemanden verlieren gesehen. (Anselm Wagner/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 06.05. 2002)