Wien - Der börsenotierte Wiener Baustoffhersteller Wienerberger hat seine Ergebnisse im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2002 deutlich verbessert: Der Betriebserfolg (EBIT/Earnings before Interest and Tax) drehte nach -11,3 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf positive 4,5 Mill. Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) lag mit 41,9 Mill. Euro um 59 Prozent über dem Vergleichswert. Der Konzernumsatz stieg um 3 Prozent auf 315,3 (304,7) Mill. Euro, teilte das Unternehmen am Montag nach Börseschluss mit. Ausschlaggebend für die Umsatzsteigerung sei der Ziegelbereich gewesen, wo es einen Anstieg um 9 Prozent auf 232,2 Mill. Euro gegeben habe. Die Ergebnisverbesserung sei auf Kostenoptimierungen sowie auf Verbesserungen "Turnaround-Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz" sowie in Osteuropa und den USA zurückzuführen. Das angepeilte EBIT-Ziel von mehr als 100 Mill. Euro sei durch die guten Ergebnisse des ersten Quartals bestätigt worden, so das Unternehmen. Erwartungen übertroffen Sowohl der Gruppenumsatz als auch das Ergebnis im ersten Quartal lagen über den Schätzungen von Analysten, die im Durchschnitt einen Umsatz von 307,3 Mill. Euro und ein Betriebsergebnis (EBIT) von -2,63 Mill. Euro erwartet hatten. Die kräftigste Umsatzverbesserung gab es im Ziegelbereich in Mittel- und Osteuropa (+15 Prozent), während in der Position Immobilien & Sonstiges ein Umsatzrückgang von 44 Prozent zu verzeichnen war. Die Ergebnisse des ersten Quartals seien eine "wichtige Bestätigung unserer Strategie", sagte Wienerberger-Generaldirektor Wolfgang Reithofer am Montagabend. Das Unternehmen befinde sich "auf Kurs und auf Schiene". Das erste Quartal sei witterungsbedingt von der Größenordnung allerdings noch nicht so signifikant, schränkte Reithofer ein. Keine Belebung Wienerberger erwartet für das laufende Geschäftsjahr "keine Belebung des wirtschaftlichen Umfeldes in Mitteleuropa und Benelux". Mit dieser Einschätzung sei man allerdings auch nach unten abgesichert. Trotz eines angekündigten Rückgangs des Wohnungsneubaus um mehr als 10 Prozent in Deutschland will die Wienerberger-Gruppe in Deutschland ein operativ positives Ergebnis erzielen. Auch im laufenden Jahr wolle der Baustoffkonzern seinen Anlegern wie angekündigt eine Dividendenrendite zwischen 3,5 und 4 Prozent bieten. Für das abgelaufene Geschäftsjahr werde der Hauptversammlung eine Dividende von 60 Cent vorgeschlagen, das entspreche einer Dividendenrendite von 3,75 Prozent. Zurückhaltend äußerte sich Reithofer auf die Frage nach aktuellen Akquisitionsplänen. "Wir haben jede Menge Pläne, äußern uns dazu aber erst, wenn sie ganz konkret sind", sagte er. (APA)