Hamburg - Der Muttertag ist auch fast 100 Jahre nach seiner Erfindung noch in: 80 Prozent der Deutschen finden den Tag zu Ehren der Mütter zeitgemäß und wollen an ihm festhalten. Nur 14 meinen, er sollte abgeschafft werden. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis. Besonders beliebt ist der Muttertag bei jungen Menschen: Von den Befragten unter 20 Jahren äußerten sich 88 Prozent positiv. Lediglich sechs Prozent lehnten ihn als nicht mehr zeitgemäß ab. Männer eher dafür Insgesamt stehen Männer dem Muttertag positiver gegenüber als die, um die es dabei geht: Während 83 Prozent der Männer an ihm festhalten wollen, finden dies nur 76 Prozent der Frauen. Immerhin 17 Prozent der weiblichen Befragten sprachen sich für eine Abschaffung des Ehrentages aus; bei den männlichen Umfrageteilnehmern waren dies elf Prozent. Die positive Einstellung zum Muttertag, der erstmals 1905 von der Amerikanerin Ann Jarvis als privater Gedenktag begangen wurde, nimmt mit zunehmendem Bildungsabschluss ab. Unter HauptschülerInnen erfreut sich die Institution Muttertag mit 87 Prozent Zustimmung großer Beliebtheit. Bei den MaturantInnen zeigten sich jedoch nur 72 Prozent vom Muttertag überzeugt, der in Deutschland jährlich am zweiten Maisonntag begangen wird, in diesem Jahr also am 12. Mai. Für die repräsentative Studie befragte polis (Gesellschaft für Politik und Sozialforschung, München) vom 30. April bis 2. Mai 1.020 Menschen ab 14 Jahren. Trendy ... oder doch nicht? Zu einem anderen Ergebnis kommt die deutsche Zeitschrift "Laura" in einer Umfrage. Demnach finden nur 52 Prozent aller Frauen den Muttertag noch wichtig. Der Münchner Psychologe Paul Kochenstein: "Das haben wir von Kindesbeinen an gelernt. Einfach gar nichts schenken ist für die meisten unvorstellbar. Sie wollen die Mutter nicht enttäuschen." Vor allem für die 40- bis 60-Jährigen ist der Muttertag ein Tag wie jeder andere. (APA/dpa/red)