Klagenfurt - Obwohl ausschließlich als Privatmann mit humanitären Zielen im Irak unterwegs, kommt Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider an der Weltpolitik offenbar nicht vorbei. Flankiert von Ärzten des Landeskrankenhauses Klagenfurt, wohin er zwei vermeintlich krebskranke Kinder aus dem Irak bringen hat lassen, kündigt Haider möglichen hohen Besuch aus dem Irak an.Er habe mit dem irakischen Außenminister Nadji Sabri vereinbart, dass die nächste irakische Verhandlungsrunde mit der UNO über eine Lockerung der Sanktionen gegen den Irak am 2. Juli in Wien stattfinden könnte. Haider: "Wir werden jetzt der Bundesregierung sagen, dass sie diese Runde zwischen Kofi Annan und dem Irak in Wien durchführen könnte." Danach könnte der irakische Außenminister auch Kärnten besuchen. Die Untersuchung der irakischen Kinder brachte indes eine positive Überraschung: Sie leiden nicht an Krebs. Für Caritas und Ärzte ohne Grenzen stellt die "humanitäre Aktion" Haiders keine wirkliche Hilfe für Menschen in Krisenregionen dar. Mit dem Geld für ein Flugticket könne man den Jahreslohn eines irakischen Arztes bezahlen. Haider kündigt denn auch ein Schulungsprogramm für irakische Ärzte vor Ort an, das von Sozialminister Herbert Haupt (FP) ausgearbeitet werden soll. Dieser "Auftrag" an Haupt durch Haider wurde von SP-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl scharf kritisiert. Der vorläufige Bericht des Kärntner Landesrechnungshofs hat indes bestätigt, dass dem Land keine Kosten aus Haiders Reisen erwachsen sind. U-Ausschuss-Obmann Ferdinand Sablatnig (VP) zum STANDARD: "Wir wollen wissen, wer die Reisen bezahlt hat und was Haider wirklich für einen Zweck verfolgt." Bisher werde man bei der Aufklärung von den Behörden massiv behindert. Bei der nächsten Sitzung am 16. Mai werde geprüft, ob gerichtliche Amtshilfe beantragt werden soll. (stein/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. Mai 2002)