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Foto: Reuters/CHRISTIAN CHARISIUS
Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat ein "selbstkritisches Selbstbewusstsein" der Deutschen als Schutz vor rechtsradikalen Tendenzen bezeichnet. "Dort wo die Menschen ihrer selbst nicht gewiss sind, wo Unsicherheit herrscht und Angst geschürt wird, haben Populisten von rechts ihre Erfolge." Dies zeige der Blick auf die Nachbarländer, sagte Schröder Mittwoch Abend in Berlin auf einer SPD-Veranstaltung mit dem Titel "Nation. Patriotismus. Demokratische Kultur". Deutschland habe eigene Interessen, begreife sich aber als Teil von Europa. Mit Blick auf den Holocaust sagte Schröder, die Geschichte dürfe nicht ausgeblendet, verklärt oder als Belastung verstanden werden. Die Erinnerung an das Geschehene sei wichtig und müsse weitergegeben werden. Ausdrücklich erinnerte er zu Beginn seiner Rede an die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Etwa 120 Menschen demonstrierten vor der SPD-Zentrale gegen die Veranstaltung, in der auch der umstrittene Schriftsteller Martin Walser auftrat. Sie warfen der SPD vor, sie verharmlose den Holocaust und versuche damit rechte Wähler zu gewinnen. Auch der Zentralrat der Juden hatte im Vorfeld die Frage aufgeworfen, ob die SPD mit der Veranstaltung rechte Wähler ansprechen wolle, und Schröder mangelnde Glaubwürdigkeit im Kampf gegen den Rechtsextremismus vorgeworfen. (APA/Reuters/dpa)