Wien - Die Brau-Beteiligungs AG (BBAG), Österreichs größter Getränkekonzern, hat das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte hinter sich. Die im Jahr 2000 erworbenen und 2001 erstmals konsolidierten Brauereien in Rumänien und Polen ließen den Konzernumsatz um knapp 18 Prozent steigen. Mit 1,1 Mrd. Euro wurde erstmals die Milliardenschwelle überschritten. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde mit 68,4 Mio. EURO (plus 35,4 Prozent) ebenfalls ein Rekord erzielt.Der Großteil des Zuwachses komme zwar aus den Konsolidierungen in Polen und Rumänien, aber auch sämtliche anderen Landesgesellschaften sowie die Geschäftsbereiche alkoholfreie Getränke und Immobilien hätten zugelegt, sagte BBAG-Chef Karl Büche. Trotz des Rekordjahres bleibt die Dividende mit 1,40 Euro unverändert. Büches Begründung: Der Ausschüttungsgrad liege im Vergleich zu internationalen Mitbewerbern ohnehin sehr hoch, außerdem wolle man den höheren Gewinn zum Schuldenabbau verwenden und die Kriegskasse für mögliche Übernahmen nicht unnötig leer räumen. Balkan im Visier Derzeit gebe es zwar keine konkreten Pläne für weitere Akquisitionen, sollte sich aber ein "window of opportunity auftun, werden wir dieses nützen", sagte Büche. Hauptaugenmerk werde man vor allem auf die Balkanstaaten legen, "wenn die politische Situation dort so weit gefestigt ist, dass man das Risiko gut abschätzen kann", so der BBAG-Chef. Weitere interessante Märkte seien Tschechien, wo der Marktanteil der BBAG gering sei, sowie die Slowakei, wo man noch gar nicht präsent ist. Zuvor müs- se allerdings der Konsolidierungsprozess im Konzern abgeschlossen sein. Ende 2001 betrieb die BBAG 22 Brauereien in Österreich und Osteuropa, mit der Beteiligung an der Schladminger Brauerei sogar 23. Insgesamt sei man damit erstmals die größte Braugruppe im deutschsprachigen Raum, europaweit die Nummer sechs. Bieraktie: Bitte warten Für heuer geht Finanzvor- stand Wolfgang Berger-Vogel davon aus, dass das Egebnis "sicherlich um über zehn Prozent" gesteigert werden kann, das Umsatzplus werde sich im einstelligen Prozentbereich bewegen. Die viel diskutierte Fusion von BBAG- und Brau-Union-Aktien zu einer "Bieraktie" sei zwar "nicht ad acta gelegt", so Berger-Vogel, Priorität habe aber das weitere Wachstum. In der aktuellen Diskussion mit Umweltschützern um die Errichtung des Dracula-Parks im rumänischen Sighisoara - DER STANDARD berichtete - rechnet Büche damit, dass das Projekt realisiert wird. Kürzlich hatte auch der britische Thronfolger Prinz Charles als Schirmherr der Mihai-Eminescu-Stiftung, die sich dem Umweltschutz in Rumänien widmet, vor Schäden für Umwelt und Kulturerbe in Transsylvanien gewarnt. Büches Konter: "Dabei geht es um einen einzigen alten Baum." Die rumänische Regierung stehe ebenso geschlossen hinter dem Projekt wie die lokale Bevölkerung, die sich zahlreiche neue Arbeitsplätze durch den Park erhofft. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 11.5.2002)