Wien - Eine feste Beziehung steht bei den Österreichern hoch im Kurs. Doch nur eine Minderheit findet, dass Kinder zu einem erfüllten Leben dazugehören. Das geht aus mehreren Umfragen hervor. Der "Muttertag" geht somit immer weniger Frauen persönlich etwas an. In einer Fessel-Jugendstudie aus dem Vorjahr wünschten sich 62 Prozent der befragten 14- bis 24-Jährigen eine fixe Partnerschaft - eigene Kinder und Familie jedoch nur zu 39 Prozent. In der österreichischen "Wertestudie" meinten lediglich 25 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen, dass man für ein glückliches Leben ein Kind haben müsse.Eine - zumindest unerfüllte - Sehnsucht danach scheint dennoch zu bestehen. Denn beim Ranking der Themen, die "für die Zukunft wichtiger werden", liegt jetzt (wie schon vor zehn Jahren) unverändert die Antwort "mehr Wert auf das Familienleben legen" an erster Stelle. Laut einer internationalen Unicef-Kinderstudie haben die österreichischen Kids zu ihren Müttern ein besseres Verhältnis als zu den Vätern: 72 Prozent der Neun- bis 17-Jährigen geben ein "sehr gutes Verhältnis" zur Mutter an, nur 53 Prozent dagegen zum Vater. Im übrigen Westeuropa liegt der Wert noch niedriger: bei 49 Prozent. Höher als anderswo scheint hingegen der Aggressionspegel in den Familien zu sein: 60 Prozent der Jugendlichen gaben an, daheim Gewalt oder Aggressivität (das kann auch rüder Umgangston sein) wahrzunehmen. (mon, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11./12. 5. 2002)