Wien - Der "Ausverkauf" österreichischen Trinkwassers über den Export in Flaschen oder über Pipelines ist aus wirtschaftlichen Gründen eine Schimäre, resümiert eine Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney. "Von ihrer kleinteiligen Struktur her sind die österreichischen Wasserversorger kaum wettbewerbsfähig", so Thomas Gasser, Wasserexperte bei A.T.-Kearney-Österreich. Versorgungsqualität, Betreiber-Know-how und eine technologische Wissensbasis in der VA Tech Wabag, dem weltweit drittgrößten Hersteller von Wasseranlagen, oder beim Wasseraufbereiter BWT, seien aber vorhanden.

Ein Versuch, gegen etablierte Marken wie Perrier oder Evian international zu punkten, würde wahrscheinlich einen dreistelligen Millionenbetrag in Euro kosten, warnt Gasser vor Illusionen beim Thema Wasserexport in Flaschen. Auch die Ausfuhr von Trink- oder Nutzwasser als Massengeschäft sei keine Option. Dazu seien, die Kosten für Pipelines bzw. den Transport einfach zu hoch. Steigerungen möglich

Problematisch ist für Gasser die geringe Größe der 4000 heimischen, meist kommunalen Wasserbetriebe. In Österreich kommen 518 Wasserversorger auf eine Million Einwohner, in Deutschland 81, in Frankreich, das von zwei großen Wasserkonzernen beherrscht wird, nur statistische 0,1 Unternehmen.

In größeren Einheiten könnten die Betriebskosten aber zwischen 25 und 35 Prozent gesenkt und so indirekt die Auslandsumsätze mit Wasser gesteigert werden, glaubt Gasser. Auf dieser Basis könnten statt wie 2001 rund 620 Mio. Euro bis 2006 bereits 1,05 Mrd. Euro im Ausland erlöst werden. (APA, Der Standard, printausgabe, 13.05.2002)